Manchmal sind es nicht die größten Bauvolumen, die die stärksten Signale senden – sondern Projekte, die Haltung zeigen: regional denken, präzise planen, langlebig bauen. Das Hofladl in Griesstätt ist genau so ein Projekt.
Die Erweiterung des Ladens 2024 verbindet eine zeitgenössische Architektursprache mit Wärme und Materialehrlichkeit: ein markantes Holztragwerk, außen ergänzt durch einen „Vorhang“ als gestalterisches wie funktionales Element – innen Möbel aus massivem Nadelholz, die bewusst ruhig bleiben, damit die Produkte im Mittelpunkt stehen.
Dass diese konsequente Gestaltung mehr ist als schöne Oberfläche, zeigt auch die Auszeichnung: Das Hofladl wurde mit dem German Design Award (Excellent Architecture – Retail Architecture) ausgezeichnet.
Ein Projekt, das zeigt, wie nachhaltiges Bauen heute aussehen kann
Beim Hofladl in Griesstätt ging es nicht nur darum, einen Laden zu erweitern oder neu zu gestalten. Es ging um die Frage: Wie schafft man einen Ort, der modern ist, aber trotzdem tief in der Region verwurzelt bleibt? Einen Raum, der architektonisch klar wirkt – und sich gleichzeitig warm, ehrlich und natürlich anfühlt.
Genau das macht dieses Projekt so besonders. Holztragwerk, natürliche Oberflächen, ruhige Materialien und handwerkliche Präzision greifen hier ineinander. Das Hofladl ist ein Beispiel dafür, wie nachhaltige Architektur nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen – sondern durch Konsequenz, Materialqualität und Atmosphäre überzeugt.
Als Gütter Naturbaustoffe durften wir dieses Bauvorhaben intensiv begleiten: mit umfassender Beratung, Materialauswahl und Baubegleitung. Von Beginn an war klar, dass hier nur Baustoffe infrage kommen, die nicht nur optisch passen, sondern auch langfristig wohngesund, langlebig und sinnvoll sind.
Im Projekt wurden unter anderem Lehmputze und Lehm-Farbputze eingesetzt, Kalkputze und Kalkfarben geliefert sowie ein Lehm-Kaseinboden organisiert, der durch das Farbhaus Malerhandwerk umgesetzt wurde. Ergänzt wurde das Konzept durch Akustiklösungen aus Schafwollfilz und durchdachte Details wie Schmutzfänger aus Kokos – kleine Bausteine, die im Alltag einen großen Unterschied machen.
Warum genau diese Materialien gewählt wurden
Gerade in einem Gebäude wie dem Hofladl spielt die Materialwahl eine zentrale Rolle: Ein Laden ist ein Ort mit Bewegung, wechselnder Luftfeuchtigkeit, vielen Besuchern – und gleichzeitig soll er ein Raum sein, in dem man gerne bleibt. Deshalb wurden bewusst Materialien eingesetzt, die nicht nur schön aussehen, sondern auch funktional überzeugen.
Lehmoberflächen schaffen ein Raumklima, das man sofort spürt. Sie wirken ausgleichend, nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab. Dadurch entsteht eine natürliche Ruhe im Raum, die man kaum beschreiben muss – man merkt sie einfach. Besonders der grobe Lehm-Farbputz bringt zusätzlich Struktur und Tiefe an die Wand.
Kalkputze und Kalkfarben ergänzen dieses System perfekt: mineralisch, offen, langlebig. Sie sorgen für helle, klare Oberflächen und passen ideal zu einem Konzept, das auf Natürlichkeit und regionale Baukultur setzt.
Im Hofladl wurde ein Lehm-Kaseinboden umgesetzt – ein fugenloser Boden aus Lehm und Milcheiweiß, den viele so noch nicht kennen. Gerade in einem Laden ist das spannend, denn hier muss der Boden einiges aushalten: täglich viele Menschen, Schuhe, Bewegung. Der Lehm-Kaseinboden ist dafür erstaunlich robust (ähnlich wie ein Massivholzboden) und eine natürliche Alternative zu Beton oder Kunststoffsystemen. Ausgeführt wurde er vom Farbhaus Malerhandwerk.
Auch die Raumakustik wurde von Anfang an bewusst eingeplant. Der eingesetzte Akustikfilz aus Schafwolle verbessert nicht nur spürbar die Klangqualität, sondern passt auch hervorragend zum natürlichen Materialkonzept des Hofladls. Schafwolle überzeugt dabei durch ihre Nachhaltigkeit: Sie ist ein regional verfügbarer, nachwachsender Rohstoff, wird nicht chemisch behandelt, ist vollständig biologisch abbaubar und sorgt gleichzeitig für ein angenehmes, wohngesundes Raumgefühl – ganz ohne künstliche Dämmstoffe oder synthetische Zusätze. Auch im Hinblick auf den Brandschutz ist Schafwolle ein spannender Baustoff, da sie durch ihren natürlichen Keratingehalt schwer entflammbar ist und im Brandfall eher verkohlt, statt schnell zu brennen oder giftige Dämpfe freizusetzen.
Besonders für Bauherren ist das Hofladl deshalb ein schönes Beispiel: Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht Verzicht, sondern Qualität. Es bedeutet, Materialien zu wählen, die lange halten, die gesund sind, die regional Sinn ergeben und am Ende Räume schaffen, in denen man sich wirklich wohlfühlt.
Wir schätzen es sehr, wie reibungslos und engagiert hier alle regionalen Gewerke zusammengearbeitet haben – mit viel Handwerk, Erfahrung und einem gemeinsamen Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit. Das Hofladl selbst ist heute ein besonderer Ort in Griesstätt: ein liebevoll gestalteter Laden, der regionale Produkte und Textilien in einer Architektur präsentiert, die genauso authentisch und bodenständig ist wie das, was dort angeboten wird.
Im Hofladl in Griesstätt erwartet Besucher ein liebevoll kuratierter Laden mit Trachtenstoffen, Dirndlgwand und traditioneller Bekleidung – ergänzt durch Schmuck, Nähzubehör, Gürtel, Strickjacken und passende Blusen, die klassische Handwerkskunst mit zeitgemäßer Gestaltung verbinden und Lust auf individuelle Kombinationen machen.
Wir finden: Das Hofladl ist auf jeden Fall einen Besuch wert – schon allein wegen der besonderen Architektur, der natürlichen Bauweise und der Atmosphäre, die hier entstanden ist.
